17.01.2011

San Francisco - Tag 27 bis 29

San Francisco wiederum war als notwendiger Zwischenstopp vor Hawaii eingeplant, da es schon im Juli keine Prämienflüge von Nordamerika nach Hawaii oder Neuseeland gab. In San Francisco war es ziemlich kalt, so dass ich erstmal eine wärmere Jacke kaufen mußte. Die Hotelwahl in San Francisco war hinsichtlich der Fitness ideal, es lag direkt auf der Spitze von Nob Hill, das bedeutete mehrmals am Tag eine kurze Bergwanderung.

Standard in San Francisco ist ja die Golden Gate Bridge, die zunächst wie immer im Nebel stand. Nachdem ich aber bis zur Mitte gelaufen bin, dankte die Sonne mir diesen Einsatz und ließ die Brücke Golden erstrahlen in ihrem "International Orange". Anschließend produzierte ich so viele Outtakes für die Videobotschaft, dass sie fast einen Kinofilm bilden :)

Buenos Aires - Tag 24 bis 26

Buenos Aires war ja nur als Zwischenstation vor dem Rückflug nach Nordamerika vorgesehen. Insofern gab es hier keine wirklichen Highlights, wenn man mal von den extrem starken Windmaschinen im "Amerika" absieht.

Jörg und ich hatten ja letztes Jahr gedacht, das Künstlerviertel "Boca" wäre auch abends eine Attraktion, mussten dann aber das Gegenteil feststellen. In diesem Jahr war ich also tagsüber da und bis der Regen einsetzte war da auch alles in Aktion.

Ushuaia - Tag 19 bis 23

Nach der Kurzfassung gestern hier nun der ausführliche Bericht über Ushuaia. Beim Flug dorthin hatte ich beim Umsteigen in Buenos Aires bei der Einreise ein Deja vu aus Sao Paulo vom letzten Jahr: eigentlich ist genug Zeit, aber die Grenzkontrollen sind so langsam, dass ich meinen Anschlussflug schon ohne mich abheben hab sehen. Argentinien hat sich von den USA nämlich das tolle System abgeschaut, dass man sein Gepäck doch bitte noch einmal eincheckt. Letztendlich hat dann aber doch alles geklappt, weil hier alles sehr entspannt zugeht und das Flugzeug eben wartet. Nach 3 Stunden war ich dann in Ushuaia, buchte ein paar Ausflüge und kurierte dann mit Hühnerbrühe, Pfefferminztee und argentinischen Strepsils meine Halsschmerzen aus. 

Die waren am nächsten Tag tatsächlich weg und so stand dem Ausflug nichts im Weg. Ushuaia ist ja die Hochburg der Funktionsbekleidung und man kommt sich schon 'n bißchen doof vor, wenn man wie ich nur einen dickeren Pulli unter der Jacke anhat. Mit dem Boot ging es erst einmal zur Seelöweninsel, die dort faul rum lagen und verdauten. Mutter Natur hat ihnen die Versorgerrolle für einige Vögel gegeben, die sich dann von den Seelöwenverdauungsendprodukten ernähren. Danach ging es zum Leuchtturm, der aufgrund eines Jules-Vernes-Buchcovers seit dem für den Leuchtturm am Ende der Welt gehalten wird, obwohl er im Beagle-Kanal steht und nicht wie der echte "draußen" im Atlantik. Zum Schluß der Bootstour waren wir noch auf einer kleinen Insel, wo der Guide uns Beeren probieren ließ, von denen sich schon die Ureinwohner ernährt haben. Sie schmeckten so in Richtung Cranberry. Das Wetter auf dieser Insel ändert sich so rasant, als wir ankamen begann es grad zu regnen, nach ein paar Minuten gab es wieder strahlenden Sonnenschein.

Für den Silvesternachmittag hatte ich dann einen Ausflug zur Pinguininsel gebucht. Nach 2 Stunden bergiger Busfahrt und einer kurzen Bootsfahrt hieß es dann: "Please control your emotions, they are just penguins!" Wir durften eine Stunde auf der Pinguininsel bleiben und zwischen ihnen herumlaufen. Sehr spannend das Ganze und ein Highlight dieser Reise.

Das erstaunlichste an Ushuaia war aber die Länge des Tages: Die Sonne ging so gegen 7 auf und nicht vor 23 Uhr abends unter, d.h. gegen Mitternacht war es immer noch halbwegs hell.

16.01.2011

Kreative Schaffenspause

Hier nun endlich eine kurze Zwischenmeldung: Die Taktfrequenz der besuchten Orte hat rapide zugenommen und zwischendurch gab es ja einige fast 24-Stunden-Flüge. Kurzum, ich hab die Zeit eher zum Anschauen und Ausschlafen genutzt. Die letzten 14 Tage im Schnelldurchlauf: In Ushuaia hab ich Seelöwen und Pinguine besucht. Im hochsommerlichen Buenos Aires war ich im Touri-Tango-Viertel Boca und im Prenzlauer Bergigen Palermo Soho. In San Francisco standen die Golden Gate Bridge und das SfMoMA auf dem Programm. Auf Hawaii gab's tolle Sonnenuntergänge, die Geburtstätte der Dole-Büchsen sowie Surfer zu bestaunen. Auch am Tokioter Flughafen waren die Gerichte bei den Restaurants am Eingang aus Plastik nachgebaut und es gibt sie wirklich - die japanischen High-Tech-Toiletten! Auckland ist sehr britisch und hat auch einen Skytower. Und dann war da noch neuseeländische Landschaft, Landschaft und Landschaft, d.h. Wälder und Wiesen mit vielen glücklichen Kühen und Schafen.

Noch ein kurzer Hinweis zu den Fotos: Da man auf dem iPad keine Fotos löschen kann, wenn man sie direkt von einer Kamera lädt, kann ich keine weiteren Fotos mehr hochladen, weil nun der Speicher voll ist. Nachdem jetzt aber die Flickr-iPhone-App alle EXIF-Daten überträgt, versuche ich es mit ein paar Fotos über diesen Weg.

02.01.2011

Montevideo - Tag 15 bis 18

Der Weg nach Montevideo lief besser als geplant. Ich war etwas früh in Santiago am Flughafen, erfuhr aber den Grund, warum ich bei Air Canada nicht online einchecken konnte. Mit dem Namen Schneider steht man automatisch auf der Black List und muss sich zunächst ausweisen. Das soll sich durch das Anlegen eines Aeroplan-Kontos umgehen lassen. Mal schauen, ob das wirklich funktioniert.

Da am 25.12. Feiertag war, ging es überall erstaunlich schnell, so dass ich in Buenos Aires in nur einer Stunde vom Flughafen Ezeiza zum Fluhafen Aeroparque kam. Dort hatte ich noch mehr Glück: Pluna hatte auf dem nächsten Flug nach Montevideo noch einen Platz frei und nahm mich ohne Umbuchungsgebühren mit. Auch für das Gepäck musste ich nichts zahlen, wahrscheinlich weil Weihnachten war. Einziger Nachteil: Platz 23F in einer Pluna-Canadair hat kein Fenster!

Am letzten Sonntag war dann Strand angesagt. Ich entschied mich für einen kleinen Fussweg vom Plaza Independencia zum Strand Pocitos. Ich mietete mir einen Schirm und genoss den ganzen Tag die Sonne. Was wohl etwas viel war, denn abends und am nächsten Tag hatte ich einen kleinen Sonnenstich :)

Santiago de Chile - Tag 13 bis 14

Am Donnerstag vor Weihnachten ging es nach Valparaiso und Viña del Mar. Die Autopista von Santiago nach Viña del Mar verläuft durch's chilenische Weinland, ist aber bis auf die üblichen zwei Mautstopps auch nicht weiter aufregend. In Viña del Mar herrschte noch die vorweihnachtliche Aufgeregtheit, die Straßen waren voll und hektisch. Nachdem ich ein Plätzchen für das Auto gefunden hatte, lief ich ein wenig durch die Stadt, hatte aber ehrlich gesagt nicht so richtig die Orientierung - zumindest fand ich kein Weg zum Strand. Dafür fand ich ein kleines Café, wo es trotz der vorbeiführenden Hauptstraße erstaunlich ruhig war. Frisch gestärkt ging es dann mit der Metro nach Valparaiso. Auch hier muß man erst wieder eine Chipkarte kaufen, die man auflädt, um dann Metro zu fahren. In Viña ist die Metro noch eine U-Bahn, aber in Valparaiso verläuft alles oberirdisch. Die Strecke führt direkt am Pazifik entlang bis zur Endstation am Hafen. Dort erwartete mich dann eine Überraschung: In Valparaiso fahren auch O-Busse. Und zwar historische Originale teilweise aus den 50-ern. Viel mehr war in Valparaiso nicht los und so machte ich mich auf den Rückweg.

Am 24.12. hab ich dann die Wintersachen nach Deutschland verschickt, was erstens ziemlich teuer und zweitens ziemlich viel Papierkram ist. Es muss nämlich angegeben werden, was genau im Paket drin und wie viel es wert ist. In Deutschland möchte dann normalerweise noch der Zoll seinen Anteil, DHL in Leipzig ist aber so clever, nachzufragen, ob es nicht Reisegepäck ist - das wiederum zollfrei ist. Dazu wird nur eine Reisepasskopie und das Flugticket benötigt.

29.12.2010

Santiago de Chile - Tag 10 bis 12

Santiago begrüßte mich wie erwartet mit über 30 Grad - endlich wieder Sommer. Der Transfer vom Flughafen zum Hotel war auch unkompliziert und so konnte ich mich direkt ins südamerikanische Getümmel stürzen. Und das geht natürlich am besten auf einem Markt! Also mit der Metro zur Estacion Central, wo nebenan gefühlt halb Chile die letzten Weihnachtseinkäufe tätigte. Auf der anderen Straßenseite gab es ein "Shopping", wo etwas ruhiger war. Was aber nicht auf die Musik bezogen werden konnte, denn auch hier liefen "Jingle Bells" und "Frosty, el muñeco" in der Dauerrotation. Da es mittlerweile schon fast 16:00 Uhr war, meldete sich der kleine Hunger. Im Food Court gab es die neben dem üblichen KFC, Burger King etc. auch die chilenische Kette "Fritz", die Schnitzelburger im Menü mit Bier (Kunstmann - das gute Bier) verkauft. Eine nicht-repräsentative Umfrage bei Chilenen ergab eher Unkenntnis über diese Kette... Ich selbst hab's auch nicht getestet :)

Am Dienstag unternahm ich das Touriprogramm. Es gibt in Santiago auch einen Sightseeing-Bus, wo man mit Tagesticket an verschiedenen Stationen ein- und aussteigen kann. Man braucht keine Kopfhörer, denn die Texte werden direkt für alle auf Spanisch und Englisch übertragen. Die ganze Runde dauert Zuber zwei Stunden, was bei dem Verkehr in Santiago eine echte Leistung des Busfahrers ist. Mein Start- und Endpunkt war das Museo Nacional de Bellas Artes, wo es eine kleine Ausstellung über Fototapeten-Fotografen in den 20ern in den chilenischen Badeorten gab. Das ganze war sehr witzig, denn die Leute wurden nicht nur vor einer Fototapete fotografiert, um eine Reise nach Paris vorzutäuschen, sondern es gab auch Fake-Autos oder Pferde, auf die man sich damals setzen konnte, um ein realistischeres Bild zu erzeugen. Abends ging's mit der Bergbahn (funicular) auf den San Cristobal-Berg. Von dort hat man einen super Blick auf die große Teile der Stadt. Früher konnte man mit einer Seilbahn noch auf den nächsten Berg fahren, jetzt wartet sie jedoch auf einen Konzessionär, der sie repariert und betreibt.

Am Mittwoch hatte ich ein Auto reserviert und hatte schon das erste Bus-Abenteuer hinter mir, um die Station zu erreichen. Erstens kann man im Bus nicht mit Bargeld zahlen, dazu gibt es die aufladbare BIP!Card. Das hatte ich schon herausgefunden, ebenso die Linie, mit der ich fahren sollte. Abfahrtzeiten werden ja generell nicht angegeben, weil sie sowieso nicht eingehalten werden. Dafür kommt aber alle paar Minuten ein Bus. Mein erster Bus hatte irgendwannn zwischendurch eine Panne und der Fahrer ließ alle aussteigen. Danach kamen natürlich nur noch kleinere Busse, die alle schon übervoll waren. Irgendwann kam ich auch mit. Nächstes Problem: Stationen werden nicht angesagt und die Schilder an den Stationen sind auch so schön klein, um nicht erkannt zu werden. Glücklicherweise fahren die Busse aber meistens die ganze Straße lang, so dass man sich langfristig auf "seine" Hausnummer 9739 konzentrieren kann. Irgendwann konnte ich den Hyundai in Empfang nehmen und mich selbst in den Verkehr von Santiago stürzen. Dank GPS fand ich auch schnell den Weg in die Anden. Dort gab es tolle Fotomomente und steile Serpentinen bis zur argentinischen Grenze nahe Portillo auf fast 3.000 m Höhe. Das war schon mit einem normalen Pkw aufregend, mir kamen aber neben den erwarteten LKW und Bussen auch zwei Fahrradfahrer aus Richtung Argentinien entgegen!