Santiago begrüßte mich wie erwartet mit über 30 Grad - endlich wieder Sommer. Der Transfer vom Flughafen zum Hotel war auch unkompliziert und so konnte ich mich direkt ins südamerikanische Getümmel stürzen. Und das geht natürlich am besten auf einem Markt! Also mit der Metro zur Estacion Central, wo nebenan gefühlt halb Chile die letzten Weihnachtseinkäufe tätigte. Auf der anderen Straßenseite gab es ein "Shopping", wo etwas ruhiger war. Was aber nicht auf die Musik bezogen werden konnte, denn auch hier liefen "Jingle Bells" und "Frosty, el muñeco" in der Dauerrotation. Da es mittlerweile schon fast 16:00 Uhr war, meldete sich der kleine Hunger. Im Food Court gab es die neben dem üblichen KFC, Burger King etc. auch die chilenische Kette "Fritz", die Schnitzelburger im Menü mit Bier (Kunstmann - das gute Bier) verkauft. Eine nicht-repräsentative Umfrage bei Chilenen ergab eher Unkenntnis über diese Kette... Ich selbst hab's auch nicht getestet :)
Am Dienstag unternahm ich das Touriprogramm. Es gibt in Santiago auch einen Sightseeing-Bus, wo man mit Tagesticket an verschiedenen Stationen ein- und aussteigen kann. Man braucht keine Kopfhörer, denn die Texte werden direkt für alle auf Spanisch und Englisch übertragen. Die ganze Runde dauert Zuber zwei Stunden, was bei dem Verkehr in Santiago eine echte Leistung des Busfahrers ist. Mein Start- und Endpunkt war das Museo Nacional de Bellas Artes, wo es eine kleine Ausstellung über Fototapeten-Fotografen in den 20ern in den chilenischen Badeorten gab. Das ganze war sehr witzig, denn die Leute wurden nicht nur vor einer Fototapete fotografiert, um eine Reise nach Paris vorzutäuschen, sondern es gab auch Fake-Autos oder Pferde, auf die man sich damals setzen konnte, um ein realistischeres Bild zu erzeugen. Abends ging's mit der Bergbahn (funicular) auf den San Cristobal-Berg. Von dort hat man einen super Blick auf die große Teile der Stadt. Früher konnte man mit einer Seilbahn noch auf den nächsten Berg fahren, jetzt wartet sie jedoch auf einen Konzessionär, der sie repariert und betreibt.
Am Mittwoch hatte ich ein Auto reserviert und hatte schon das erste Bus-Abenteuer hinter mir, um die Station zu erreichen. Erstens kann man im Bus nicht mit Bargeld zahlen, dazu gibt es die aufladbare BIP!Card. Das hatte ich schon herausgefunden, ebenso die Linie, mit der ich fahren sollte. Abfahrtzeiten werden ja generell nicht angegeben, weil sie sowieso nicht eingehalten werden. Dafür kommt aber alle paar Minuten ein Bus. Mein erster Bus hatte irgendwannn zwischendurch eine Panne und der Fahrer ließ alle aussteigen. Danach kamen natürlich nur noch kleinere Busse, die alle schon übervoll waren. Irgendwann kam ich auch mit. Nächstes Problem: Stationen werden nicht angesagt und die Schilder an den Stationen sind auch so schön klein, um nicht erkannt zu werden. Glücklicherweise fahren die Busse aber meistens die ganze Straße lang, so dass man sich langfristig auf "seine" Hausnummer 9739 konzentrieren kann. Irgendwann konnte ich den Hyundai in Empfang nehmen und mich selbst in den Verkehr von Santiago stürzen. Dank GPS fand ich auch schnell den Weg in die Anden. Dort gab es tolle Fotomomente und steile Serpentinen bis zur argentinischen Grenze nahe Portillo auf fast 3.000 m Höhe. Das war schon mit einem normalen Pkw aufregend, mir kamen aber neben den erwarteten LKW und Bussen auch zwei Fahrradfahrer aus Richtung Argentinien entgegen!
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