29.12.2010

Santiago de Chile - Tag 10 bis 12

Santiago begrüßte mich wie erwartet mit über 30 Grad - endlich wieder Sommer. Der Transfer vom Flughafen zum Hotel war auch unkompliziert und so konnte ich mich direkt ins südamerikanische Getümmel stürzen. Und das geht natürlich am besten auf einem Markt! Also mit der Metro zur Estacion Central, wo nebenan gefühlt halb Chile die letzten Weihnachtseinkäufe tätigte. Auf der anderen Straßenseite gab es ein "Shopping", wo etwas ruhiger war. Was aber nicht auf die Musik bezogen werden konnte, denn auch hier liefen "Jingle Bells" und "Frosty, el muñeco" in der Dauerrotation. Da es mittlerweile schon fast 16:00 Uhr war, meldete sich der kleine Hunger. Im Food Court gab es die neben dem üblichen KFC, Burger King etc. auch die chilenische Kette "Fritz", die Schnitzelburger im Menü mit Bier (Kunstmann - das gute Bier) verkauft. Eine nicht-repräsentative Umfrage bei Chilenen ergab eher Unkenntnis über diese Kette... Ich selbst hab's auch nicht getestet :)

Am Dienstag unternahm ich das Touriprogramm. Es gibt in Santiago auch einen Sightseeing-Bus, wo man mit Tagesticket an verschiedenen Stationen ein- und aussteigen kann. Man braucht keine Kopfhörer, denn die Texte werden direkt für alle auf Spanisch und Englisch übertragen. Die ganze Runde dauert Zuber zwei Stunden, was bei dem Verkehr in Santiago eine echte Leistung des Busfahrers ist. Mein Start- und Endpunkt war das Museo Nacional de Bellas Artes, wo es eine kleine Ausstellung über Fototapeten-Fotografen in den 20ern in den chilenischen Badeorten gab. Das ganze war sehr witzig, denn die Leute wurden nicht nur vor einer Fototapete fotografiert, um eine Reise nach Paris vorzutäuschen, sondern es gab auch Fake-Autos oder Pferde, auf die man sich damals setzen konnte, um ein realistischeres Bild zu erzeugen. Abends ging's mit der Bergbahn (funicular) auf den San Cristobal-Berg. Von dort hat man einen super Blick auf die große Teile der Stadt. Früher konnte man mit einer Seilbahn noch auf den nächsten Berg fahren, jetzt wartet sie jedoch auf einen Konzessionär, der sie repariert und betreibt.

Am Mittwoch hatte ich ein Auto reserviert und hatte schon das erste Bus-Abenteuer hinter mir, um die Station zu erreichen. Erstens kann man im Bus nicht mit Bargeld zahlen, dazu gibt es die aufladbare BIP!Card. Das hatte ich schon herausgefunden, ebenso die Linie, mit der ich fahren sollte. Abfahrtzeiten werden ja generell nicht angegeben, weil sie sowieso nicht eingehalten werden. Dafür kommt aber alle paar Minuten ein Bus. Mein erster Bus hatte irgendwannn zwischendurch eine Panne und der Fahrer ließ alle aussteigen. Danach kamen natürlich nur noch kleinere Busse, die alle schon übervoll waren. Irgendwann kam ich auch mit. Nächstes Problem: Stationen werden nicht angesagt und die Schilder an den Stationen sind auch so schön klein, um nicht erkannt zu werden. Glücklicherweise fahren die Busse aber meistens die ganze Straße lang, so dass man sich langfristig auf "seine" Hausnummer 9739 konzentrieren kann. Irgendwann konnte ich den Hyundai in Empfang nehmen und mich selbst in den Verkehr von Santiago stürzen. Dank GPS fand ich auch schnell den Weg in die Anden. Dort gab es tolle Fotomomente und steile Serpentinen bis zur argentinischen Grenze nahe Portillo auf fast 3.000 m Höhe. Das war schon mit einem normalen Pkw aufregend, mir kamen aber neben den erwarteten LKW und Bussen auch zwei Fahrradfahrer aus Richtung Argentinien entgegen!

Toronto - Tag 9

Der vorletzte Sonntag als letzter Schneetag in diesem Jahr liegt nun schon wieder so lange zurück, dass er im Rückblick gar nicht mehr so anstrengend war. Er startete wie bereits angekündigt um 13:00 Uhr mit der Tim-Burton-Ausstellung, vorher gab es aber noch ein letztes Frühstück im Rogers Centre, das aber niemand so nennt, weil es früher SkyDome hieß. Unter diesem Namen kennt es auch jeder Taxifahrer. Auf die Zielangabe Rogers Centre bekommt man schon mal ein "I don't know what you mean!". Das Frühstück gab es immer mit Blick auf das Spielfeld, nur am Sonntag war alles dunkel.

Zurück zur Tim-Burton-Austellung, die zwar klein (daher der begrenzte Eintritt), aber dennoch interessant war. Ich wußte z.B. gar nicht, dass auch die Mars Attacks-Figuren von ihm sind. Es gab viele Originalkostüme aus den bekannten Filmen zu sehen und einige frühe Skizzen aus seiner Vorstadtkindheit :)

Viel hatte Toronto an einem kalten Dezembersonntag nicht zu bieten. Die Shoppingcenter waren voll und als es irgendwann anfing zu schneien, auch der einzig warme Aufenthaltsort. Das Spannende ist aber The PATH, ein unterirdisches Tunnelsystem unter fast der ganzen Innenstadt. So kann man wetterunabhängig vom Hauptbahnhof Union Station bis in die Innenstadt kommen. Es gab sogar einen Abzweig zum CN-Tower und Rogers Centre.

Da der Flug erst 23:45 startete, war noch Zeit für einen Kinofilm. Aber: "Love and other drugs" (in Deutschland ab 13. Januar) lohnt sich nicht wirklich, alles ziemlich kaugummiartig langgezogen...

Mit dem WiFi-Airport-Bus ging's zu eben diesem, wo bis auf eine kleine Übergepäck-Diskussion (die aber zu meinen Gunsten ausging) auch nichts weiter Aufregendes passierte.

18.12.2010

Toronto - Tag 5 bis 8

Da ich gerade im Waschsalon sitze, kann ich euch wieder ein paar Updates schreiben...

Am letzten Mittwoch ging es nun nach Toronto. United hat wie Lufthansa auch kleinere Regionalfluglinien und mit so einer namens Shuttle America flog ich nach Toronto. United bietet die übrig gebliebenen vorderen Sitze hinter der First Class mit mehr Beinfreiheit beim Check-In zum Kauf an. Da das nur 19 Dollar kostete, hab ich mir das gegönnt. Und ich hatte Wiede Glück, das der Platz neben mir frei blieb. Im Flugzeug gab's zum Starbucks-Kaffee die schon gezeigten Mini Moo's.

Die Einreise nach Kanada war unkomplizierter und schneller als beim südlichen Nachbarn und so saß ich schnell im Bus zur Innenstadt. Im Hotel hörte ich den schönen Satz: "As a valued member I upgraded you to an Executive Suite.", d.h. ich hab nun jeweils ein separates Wohn- und Schlafzimmer. Internet wäre auch umsonst, ist aber leider nur kabelgebunden. Meine Zimmernummer endet schon wieder auf 7, mal gucken, ob sich daraus eine Serie entwickelt.

Am Donnerstag startete ich den Tag mit einem Besuch auf dem CN-Tower, dem früher einmal höchsten Fernsehturm der Welt. Von dort hat man einen fantastischen Blick über Toronto und über den Lake Ontario. Das Wetter war auch einigermaßen, es war etwas windig. Oben gibt es auch einen Beriech mit Glasfußboden, wo man lustige Fotos machen lassen kann - nichts für Leute mit Höhenangst. Danach bin ich ein wenig durch die Stadt gelaufen und war dann abends im Princess of Wales Theatre, wo Priscilla auf der Bühne präsentiert wurde.

Gestern nun lieh ich mir ein Auto und fuhr zu den Niagara-Fällen. Im Reiseführer wird man schon ob der kitschigen Jahrmarktsatmosphäre in den angrenzenden Straßen gewarnt. Da im Winter naturgemäß weniger Leute unterwegs sind, war es noch auszuhalten. Die Wasserfälle an sich sind etwas enttäuschend, was auch am ungemütlichen Wetter lag. Wer jedoch schon mal bei den Iguazu-Wasserfällen war, ist hier nicht mehr zu beeindrucken.

Nach dem gestrigen Ausflug in's Nachtleben von Toronto mußte ich heute erstmal ein wenig länger schlafen. Gerade war ich früstücken und jetzt warte ich darauf, dass die Wäsche getrocknet wird.

Morgen startet der Flug nach Santiago erst um 23:55 Uhr, ich hab also noch den ganzen Tag zur Verfügung. Derzeit läuft hier die Tim-Burton-Ausstellung, in die ich im März in New York aufgrund des hohen Andrangs nicht mehr reingekommen bin. Jetzt hab ich für morgen um 13:00 Uhr ein Ticket. Ansonsten starteten gerade ein paar Filme, die ich sehen will, die Zeit läßt sich also sinnvoll nutzen.

15.12.2010

Chicago - Tag 4

Gestern schien nun endlich die Sonne, aber die Temperaturen waren weiterhin in den "teens". Nach einem guten Frühstück bei Eggsperience unternahm ich eine kleine Fototour durch "The Loop". Über den Millenium-Park kam ich auch bis zum Lake Michigan, der aber hier eher unspektakulär ist. Im angrenzenden Park findet man die Buckingham Fountain, die aber nichts mit dem englischen Königshaus zu tun hat, sondern von Kate Buckingham in Erinnerung an ihren Bruder Clarence gespendet wurde. Bekannt ist der Springbrunnen aus der Titelsequenz von Al Bundy, auch wenn man das jetzt unter dem ganzen Schnee nicht so richtig erkennen konnte. Anschließend ging's zum obligatorischen Red Lobster-Besuch. Derzeit ist Surf&Turf-Event, was quasi Steak&Shrimps heißt.

Am Abend stand John Waters auf dem Programm, der ein bißchen über sein Weihnachten berichtete. Das Harris Theater war ausverkauft und sein Monolog war wirklich gut.

Heute nun geht es nach Toronto, wo ähnliche Temperaturen herrschen wie hier in Chicago ergänzt durch ein paar Schneeschauer.

14.12.2010

Chicago - Tag 1 bis 3

Nach etwas Aklimatisierung hier nun der erste Bericht von der Reise: Nach einer Nachtpackaktion hat auf dem Hinflug alles ohne Probleme funktioniert. Highlight war natürlich mein erster Transatlantik-Flug in der Swiss-Business Class. In einem A340 gibt es hinter der First noch ein Mini-Business-Abteil mit 12 Plätzen, von denen jedoch nur 9 belegt waren. Auch ich hatte Glück und mein Nebenplatz 5B blieb frei. Im Dezember ist St. Moritz die kulinarische Partnerregion bei Swiss und so durfte ich ein 3-Gänge-Menü des Gastkochs Mattias Roock vom dortigen Kempisnki geniessen. Zum Film gibt's wie auch in Economy ein leckeres Mövenpick-Eis, nur dass es vorn mit Waffel serviert wird.

Nach pünktlicher Ankunft in Chicago stand zunächst die Einreise an. Und hier geht schon mal eine Stunde vorbei, aber das kenn' ich ja bereits aus Brasilien. Das Gepäck kam auch vollständig an und so stand dem Weg in's Hotel nichts mehr im Weg. In Chicago gibt es wie in New York oder London Guthabenkarten, mit denen man Bus und U-Bahn nutzen kann. Beim Kauf der Karte muss man 10 $ aufladen, die Karte selbst kostet nichts. Leider gibt's keine Tageskartenkostenbegrenzung wie in London, d.h. jede U-Bahn-Fahrt kostet 2,25 $. Mit fast 50kg Gepäck und bei strömendem Regen wird der Weg von der U-Bahn-Station zum Hotel natürlich ein Vergnügen, aber irgendwie hab ich es dann doch geschafft. Mittlerweile war es schon fast 19:00 Uhr lokaler Zeit, d.h. 2:00 Uhr deutscher Zeit und ich fiel müde in mein heavenly bed.

Der Sonntag startete mit einem Oatmeal (quasi warmer Haferschleim) und einem creme cheese bagel im Eleven City Diner. Anschmiedend wollte ich bei T-Mobile eine SIM-Karte für mein Hotspot-Generator kaufen, aber die Prepaid-Karten sind aus irgendeinem Grund nicht kompatibel. Tyler vom T-Mobile Store nahm sich viel Zeit, um es zum Laufen zu bringen, gab dann aber auch auf. Abends war ich noch im Musical Departure Lounge.

Das heutige Frühstück gab's im Bongo Room. Danach stand das Museum of Contemporary Photography auf dem Programm. Dort war ich der einzige Besucher und hatte schon nach einer halben Stunde die gesamte Ausstellung gesehen. Bei AT&T startete ich einen nächsten Versuch für eine Prepaid-SIM-Karte und war diesmal erfolgreich. Der eiskalte Wind hielt mich davon ab, weiter durch die Stadt zu laufen und so wärmte ich mich erstmal wieder im Hotel auf. Nachmittags startete ich einen ersten Foto-Trip, aber auch hier stoppte mich der eisige Wind. Mit Handschuhen läßt sich die Kamera nicht so wirklich gut bedienen. Da ich schon mal in Downtown war, umkreiste ich auch einmal The Loop mit der Bahn, die hier ähnlich wie die U1 oder U2 oberirdisch fährt, jedoch steht die Konstruktion hier direkt auf der Straße.